Rovereto und Umgebung

Auf dem Weg durch das Etschtal in Richtung Gardasee liegt 24 km südlich von Trient die besuchenswerte altertümliche Stadt Rovereto mit ihren engen Gassen. Maulbeerbäume künden heute noch von der Grundlage ehemaligen Reichtums, der Seidenraupenzucht. Bemerkenswert sind die Herrenhäuser, die Paläste an der Piazza Rosmini und die pittoreske und anmutende Altstadt.


Die ersten schriftlichen Zeugnisse über Rovereto gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, als der Ort unter dem Schutz der Burg der Familie Castelbarco stand. 1411 gerät Rovereto unter die Herrschaft der Venezianischen Republik. Aber 1509 wurden die Venezianer von der Lega di Cambriai besiegt und die Stadt wurde Teil des Besitztums des Kaisers von Österreich. Die Zitadelle gewinnt nach und nach das Aussehen einer Wohnsiedlung, mit freundlichen Palazzi und reger Handels- und Handwerkstätigkeit. Das sind die Grundlagen der zukünftigen Industriestadt, begünstigt durch die strategisch günstige geographische Lage.

In der Stadt blühte etwa vier Jahrhunderte lang die Seidenindustrie. Durch den Handel und die Produktion von Seide war das Bürgertum Roveretos zu Macht und Einfluss gekommen. Auch Ala erlebte ihre Blüte durch die Seidenspinnereien. Ala ist mit seinen restaurierten jahrhundertealten Palazzi einen Besuch wert. Hier findet im Sommer die Ausstellung "Città di Velluto" (Samtstadt) statt. Sie nimmt Bezug auf die frühere Tätigkeit der einheimischen Bevölkerung, die Verarbeitung der wertvollen Stoffe.

In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde Rovereto fast das intellektuelle Zentrum des Trentino, vertreten durch Persönlichkeiten wie Tartarotti, Vannetti, Gasparantonio Baroni, und viele andere. Im Jahr 1750 wurde die "Accademia degli Agiati" gegründet. Ihr oberster Wortführer war der Philosoph Antonio Rosmini.

Außer den erwähnten Gebäuden (im Ersten und Zweiten Weltkrieg durch Bombardierungen beschädigt) ist der Museumsneubau Mart, unter anderem zu erwähnen. 2 km südlich des Zentrums steht auf einem Hügel der Rundbau des Ossario di Castel Dante, eine Gedenkstätte an den Ersten Weltkrieg, erbaut an der Stelle einer Burg, in der Dante Zuflucht gefunden hat. Ein Stück hangaufwärts hängt die größte Glocke Italiens, ca. 20 Tonnen schwer. Sie läutet jeden Abend zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege.

In der Umgebung von Rovereto ist das Grestatal (Gesundheitstal) mit seinen typischen Produkten einen Besuch wert. Besenello hingegen ist ein kleiner Ort im Vallagarina inmitten einer herrlichen grünen Landschaft. Er ist vor allem wegen seiner Burg bekannt, Schloss Beseno, die über dem Ort liegt. In der Hochebene von Brentonico sind Ausflüge zu den Kriegsschauplätzen des 1. Weltkriegs und kunsthistorisch interessanten Bauten äußerst empfehlenswert.


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